Evangelische Kirche Thale

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Außenwohngruppe Gemeindehaus St. Andreas

Außenwohngruppe

Beitrag für "die kirche" - Magdeburger Ausgabe/ September 2001:

ANSTECKEND?
Ein Fest voller Begegnungen

"WAS? Behinderte und die Normalgemeinde in einem Haus? Wie wollen Sie denn verhindern, dass die sich begegnen?" Ob dieser Frage vor gut einem Jahr blieb mir erst mal die Sprache weg ...

Inzwischen wohnt seit vier Monaten eine Gruppe geistig Behinderter im St. Andreas - Gemeindehaus in Thale und ich bedauere, dass die Skeptiker nicht miterleben konnten, wie am 18. August in einem gemeinsamen Fest feierlich und vor allem fröhlich die Wohnungen eingeweiht und vorgezeigt wurden.
Der Kirchplatz war gleich zu Beginn der Andacht voller Menschen aus den Neinstedter Anstalten und aus der Gemeinde, darunter viele Kinder. Die neuen Mieter zeigten anschließend voller Stolz, wie schön sie ihre Räume eingerichtet hatten und führten in einem Spiel Szenen aus ihrem Alltag vor: Organisieren des Einkaufs und der Hausordnung und all der Dinge, die zu einem Miteinander gehören.

Während die Erwachsenen über die bestehenden Außenwohngruppen informiert wurden, tollten die Kinder auf dem Spielplatz herum und es war einfach schön zu sehen, dass es keinerlei Berührungsängste gab. Ein weiterer Höhepunkt war die tänzerische Gestaltung des "Traumzauberbaums" durch schwer Behinderte.
Das Fest endete nach einem deftigen Grillen mit dem Abendsegen in der Kirche. Das Team unseres Stadtfernsehens war so beeindruckt, dass es sich ausdrücklich für den Nachmittag bedankte und einen langen Beitrag produzierte.

Ich weiß nicht, was den Fragenden bewogen haben mag, die eingangs zitierte Frage zu stellen. Ob dahinter eine Angst steht, dass Behinderte gefährlich oder ansteckend sind? Letzteres wäre in manchem gar nicht schlecht: Von ihrer Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft und vor allem der Zufriedenheit könnten wir "Normalen" manches lernen!

Ursula Meckel, Thale

Letzte Änderung an dieser Seite: 03.11.2008 18:50:37