Evangelische Kirche Thale

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Senioren

Seniorenarbeit

In unseren Gemeinden leben überwiegend ältere Mitmenschen, deswegen gibt es für sie etliche besondere Angebote. Neben monatlichem Frauenkreis bzw. Frauenhilfe (verantwortet und gestaltet von der Pastorin) hatten wir  viele Jahre durch das Arbeitsamt geförderte Hilfen. Früher waren es ABM-Kräfte, später Ein-EURO-Jobs. Die engagierten jeweils zwei Personen (fast immer Frauen) betreuten zusätzlich die Älteren und Hilfsbedürftigen in den Gemeinden und darüber hinaus.

Sie machten Besuche, begleiteten bei Spaziergängen, reden, zuhören  – und organisierten gemeinsame Unternehmungen:
Senioren - Café mit unterschiedlichen Themen, Senioren – Treff (Spiel- und Bastelnachmittage), Ausfahrten, Kutschfahrten, Schwimmen, Kegeln; gemeinsames Mittagessen usw. usf.

Seit Oktober 2009 gab es leider nur noch eine Ein-Euro-Kraft für diese Arbeit, aber "Ehemalige" helfen mit und wir hofften, daß wieder eine zweite Person für diese wichtige Aufgabe genehmigt wird. Das geschah auch, leider nur bis zum Frühjahr 2011. Anschließend haben Ehrenamtliche in beiden Gemeinden diese Aufgabe übernommen - mal schauen, wie es weiter geht. Wir bleiben optimistisch!

Die Termine sind den Kirchlichen Nachrichten zu entnehmen.


Auch eine gute Gemeinschaft untereinander gehört dazu - das Foto zeigt drei Ein-EURO-Frauen, unsere Mitarbeiterin im Gemeindebüro und die "Hausmeisterin" bei einem Geburtstagsfrühstück:

Geburtstagsfrühstück

 

 

 

 

 

Sozialarbeit in Thale:

Mitteldeutsche Zeitung - 24. August 2002
"Ein Kommissar zum Kaffee" - Evangelische Kirchengemeinden betreuen ältere und hilfsbedürftige Bürger per ABM
Von STEPHAN NEEF

Thale/MZ. Die Polizei betritt nur selten das Gelände der Thalenser St. Andreas-Kirchengemeinde. Doch seit einiger Zeit sind die Stipp-Visiten der Ordnungshüter häufiger, auch wenn die Beamten zumal in Zivil anrückend - nur von Eingeweihten zur Kenntnis genommen werden, das aber um so aufmerksamer. Allerdings handelt es sich nicht um Streifen oder Einsatzkommandos, sondern um ausgewählte (Kripo-) Spezialisten, gerufen von zwei Frauen - Petra Eisenhuth und Rosemarie Schreier.

Reizvolles Neuland

Den beiden Thalenserinnen waren die heimischen Kirchen (-gemeinden) jahrzehntelang völlig fremd. Bis zum Oktober 2001: Da kamen sie in den Genuss einer nicht alltäglichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Als vorübergehende Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinden sollten sie die „zusätzliche Betreuung älterer und hilfsbedürftiger Bürger“ übernehmen, wie die offizielle Maßnahme-Bezeichnung besagt. Das war Neuland, wenn auch reizvolles Neuland - für Rosemarie Schreier, die einstige Kranfahrerin, genauso wie für Petra Eisenhuth, die bis zu ihrer Entlassung im EHW-Lohnbüro arbeitete. Beide kannten sich, eine andere ABM hatte sie in den Stadtwald verschlagen, in dem sie Bäume pflanzen oder tragen mussten.

Das war oft genug harte Knochenarbeit Jetzt fanden sich die zeitweiligen Forstarbeiterinnen als Sozialarbeiterinnen wieder - noch dazu unter dem Dach der Kirche, obwohl sie doch gar nicht fromm sind. Der Gemeindekirchenrat hatte sie unter fünf Bewerbern ausgewählt.

„Die Kirchenzugehörigkeit ist keine Bedingung für ABM-Mitarbeiter und keine Bedingung für die Leute, die hier herkommen und von ihnen betreut werden“, stellt Pastorin Ursula Meckel klar. Aus DDR-Zeiten gebe es jedoch noch immer jene Hemmschwellen, die manchen daran hindern, kirchliche Gebäude zu betreten.
Kriminalhauptkommissar Ulrich Weißel hat keine Berührungsängste. Obwohl er dem einladenden ABM-Duo gestand, zwar schon im Vatikan, aber noch nie im St. Andreas-Gemeindehaus gewesen ‘zu sein. Das einstige, gerade sanierte Ex - Schulgebäude gehört zu den wichtigsten Stützpunkten der gemeindeeigenen Senioren-Betreuung. An diesem Nachmittag ist wieder das „Senioren-Café“ eingerichtet, das zweimal monatlich zu Geselligkeit und Information lädt.

„Die Kirchenzugehörigkeit ist keine Bedingung.“
Ursula Meckel, Pastorin

Weißel spricht über kriminelle Haustürgeschäfte und andere Gaunereien. Manchmal wurde im „Senioren-Café“ auch schon gebastelt, geturnt oder gespielt, obwohl Spiele eigentlich im Mittelpunkt des monatlichen „Senioren-Treffs“ stehen. Die Veranstaltungspalette ist breit, reicht von Kremser- und Busfahrten über Grill-Nachmittage bis zum Schwimmen im Bewegungsbad des Neinstedter Lucas-Hauses.

Petra Eisenhuth und Rosemarie Schreier haben den regelmäßigen Sport eingeführt und „salonfähig“ gemacht. Zum absoluten Knüller wurden die monatlichen Kegel - Vormittage, obwohl es dabei schon einen dreifachen Fingerbruch gab. Die beiden Sozialarbeiterinnen betreuen aber auch alte und hilfsbedürftige Menschen, die das Veranstaltungsangebot nicht mehr nutzen können. Oft sind die Hausbesuche mit Spaziergängen oder einem Kartenspiel verbunden. „Da muss man auch Zeit mitbringen“, weiß Rosemarie Schreier.

Mancher käme ohne ihre Hilfe kaum noch an die frische Luft, andere freuen sich über die aufmerksamen und geduldigen Zuhörerinnen. Regelmäßig besucht werden auch fast 50 einstige Gemeindeglieder, die inzwischen in Pflegeheimen leben. Petra Eisenhuth und Rosemarie Schreier „machen jedoch nichts, was Dienstleister gegen Geld anbieten - keine Einkäufe, keine Hauswirtschaftspflege“, ergänzt Ursula Meckel. Bald ehrenamtlich
Bis zum 15. Oktober können die beiden Frauen noch ihrer ABM-Tätigkeit nachgehen. Völlig aufhören werden sie trotzdem nicht. „Wir wollen dann ehrenamtlich Leute im Thalenser Senioren-Wohnpark betreuen“, kündigen die Frauen an. Die vor zehn Jahren begonnene Senioren-Betreuung in den beiden Kirchengemeinden werden dann andere ABM-Kräfte fortsetzen.

Letzte Änderung an dieser Seite: 16.08.2011 17:05:30